Stadtreinigung Hamburg: stinkt dieser Job zum Himmel?

Stadtreinigung Hamburg: stinkt dieser Job zum Himmel?

Eigentlich sollte die öffentliche Verwaltung Vorbild sein, sollte sich an geltendes Tarifrecht halten und Löhne wie Gehälter zahlen, die ein Leben in Würde möglich machen. Doch angesichts knapper Kassen und einem Heer von Arbeitswilligen sieht die Wahrheit anders aus: Großstädte wie Hamburg zahlen teilweise so wenig, dass die Beschäftigten trotz intensiver Arbeit staatliche Zuschüsse in Anspruch nehmen müssen. Allein in der Hansestadt Hamburg sind heute 35.000 Menschen beschäftigt, die trotz ihrer Tätigkeit für städtische Unternehmen Leistungen wie Hartz IV beziehen müssen. Mit dieser sogenannten Aufstockung kommen sie auf den Mindestsatz, der für den Lebensunterhalt nötig ist: Insgesamt schlägt dieser Posten mit 150 Millionen Euro pro Jahr zu Buche.

Möglich wird der Tarifdumping vor allem durch Auslagerung. So sind beispielsweise die Kindertagesstätten der Hansestadt ausgelagert in eine Vereinigung Kita Service GmbH überführt worden. Auch die Stadtreinigung ist ein Sonderfall – und ein Zwei-Klassen-Unternehmen. Die in orange gekleideten Beschäftigten sind bei der Stadtreinigung angestellt und erhalten Tariflöhne, die in gelben Arbeitshosen gekleideten Angestellten arbeiten bei einer Tochterfirma und werden deutlich schlechter entlohnt. Ähnlich verhält es sich im Bereich von Kliniken, im Sektor der Leiharbeit und bei den Sicherheitsdiensten. Immer da, wo Arbeit ausgelagert wird, wird sie deutlich billiger – gut für die Arbeitgeber, problematisch für die Angestellten.

Dass die Unterschiede so immens sind, sorgt bei den Angestellten nicht nur für Unmut, sondern führt auch zu einer langfristigen Spaltung der Gesellschaft. Doch eine Änderung scheint unwahrscheinlich: Zu groß wäre die finanzielle Belastung für die Stadt – und so wird in Hamburg wohl auch künftig mit zweierlei Maß gemessen.