Das Hamburger Deutsche Rote Kreuz (DRK) plant, seine bisherige Zentrale am Lokstedter Behrmannplatz zu verkaufen. Die bisher mit dem Bezirksamt Eimsbüttel geführten Verhandlungen wurden ohne Ergebnis abgebrochen, da sich beide Seiten nicht auf einen angemessenen Preis verständigen konnten. Die ursprüngliche Planung sieht vor, dass auf dem bisherigen DRK-Gelände Wohnungen gebaut werden sollen, wobei es sich bei einem Drittel der neuen Wohnungen um Sozialwohnungen handelt.

Die Vertreter des Bezirksamtes sowie die Sprecher der mit der Verhandlungsführung beauftragten städtischen Wohnungsbaugesellschaft Saga/GWG werfen dem DRK vor, mit seinem Verhalten den Bau von Sozialwohnungen zu verhindern und betonen, dass eine Hilfsorganisation eine soziale Verantwortung habe. Die Auffassung der DRK-Vertreter sieht die gesellschaftliche Verantwortung jedoch in erster Linie dadurch erfüllt, dass der höchstmögliche Geldbetrag erzielt wird, um mit diesem die satzungsgemäßen Aufgaben zu erfüllen.

Die Preisvorstellungen der städtischen Hamburger Wohnungsbaugesellschaften und des Deutschen Roten Kreuzes unterscheiden sich deutlich. Während die Saga/GWG sechs Millionen Euro für das Grundstück geboten hat, setzt das DRK den Marktwert des Geländes mit neun Millionen Euro an und verlangt diesen Betrag als Kaufpreis. Da sich beide Parteien nicht von ihren ursprünglichen Vorstellungen abzugehen bereit waren, brachen sie die Verhandlungen ohne Ergebnis ab.

Das DRK ist wie jeder andere Eigentümer frei in seiner Entscheidung, an wen es nicht mehr benötigte Grundstücke veräußert. Die Stadt Hamburg kann jedoch Einschränkungen hinsichtlich der Benutzung erlassen und hat bereits angekündigt, im Bebauungsplan mindestens fünfzig Sozialwohnungen vorzuschreiben. Diese Maßnahme ist rechtlich möglich und lässt den vom DRK anvisierten Vermarktungserlös in Höhe von neun Millionen Euro als unwahrscheinlich erscheinen.