Das Hamburger Schulsystem hat Licht- und Schattenseiten. Viele Abiturienten und ein hoher Anteil von Ganztagsschülern zeichnen die Hamburger Schulen nach einer bundesweiten Vergleichsstudie aus, ebenso wie die hohe Durchlässigkeit des Systems. Hier erreicht Hamburg Spitzenwerte und gehört zu den vier besten Bundesländern, ergab die am Sonntag veröffentlichte Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung und des Instituts für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund.

Auf der anderen Seite stellten die Forscher Defizite bei der Förderung leistungsschwächerer oder sozial benachteiligter Schüler fest. Im Bereich Kompetenzförderung findet sich Hamburg am unteren Ende der Bundesländer wieder. Die Leistungskluft zwischen benachteiligten Schülern und ihren Klassenkameraden ist besonders groß.

Die Forscher des Instituts haben die Schulsysteme aller Bundesländer auf Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit untersucht. Zum Vergleich der Bundesländer wurden 15 Indikatoren gebildet, von der Zahl der Förderschüler bis hin zum Anteil der Abiturienten. Die Studie verzichtet darauf, die Bundesländer insgesamt in eine Reihenfolge zu bringen, sondern will die Schwächen und Stärken einzelner Länder aufdecken.

So ist zum Beispiel die Chance eines Hamburger Kindes aus den oberen sozialen Schichten auf den Besuch des Gymnasiums mehr als doppelt so hoch wie bei einem Kind aus den ärmeren Regionen der Gesellschaft. Das klingt bedenklich, ist aber weit besser als der Bundesdurchschnitt. (dpa)