Seit über 100 Jahren nimmt die Einwohnerzahl in der Hamburger Innenstadt stetig ab, da teurer zu vermietende Geschäften und Büros die Wohnungen immer weiter verdrängt haben. Verschiedene Projekte der Politik diesen Einwohnerrückgang zu stoppen haben in der Vergangenheit nicht gefruchtet. Im Vergleich zu Köln, wo auf einem Quadratkilometer etwa 9300 Menschen leben, oder München (ca. 6000) sind es in Hamburg gerade mal noch rund 2800 Einwohner.

Zum ersten Mal gibt es bei dem Kampf gegen diese Entwicklung nun einen Lichtblick. Der Hamburger Immobilienbesitzer Paul Eckler baut jetzt im Kern der Stadt ein bisheriges Kontorhaus zu einem reinen Wohnhaus um.
In den vergangenen Jahren waren Investoren trotz Unterstützungsversuchen der Politik davor eher zurückgeschreckt. Doch der Wohnungsmarkt in der Hamburger Innenstadt ist gefragt. Und so könnte das Projekt um den Komplex Steinhöft 5 bis 7 tatsächlich zum Erfolg werden.

In Hamburg wohnen bedeutet echte Lebensqualität. Doch wie kommt man an eine Wohnung?

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Für den Umbau des bisher rein als Bürohaus genutzten Gebäudes plant der beauftragte Architekt Hans-Jürgen Schmidt Kosten in Höhe von 300 bis 600 Euro pro Quadratmeter ein. Der spätere Mietpreis soll mit elf bis 13 Euro pro Quadratmeter sogar deutlich unter den derzeit gültigen Preisen in der Hafen City liegen. Büroräume kosten in der Hamburger Innenstadt sogar noch um einiges mehr.

Doch steigende Leerstandsquoten bei Büroräumen, von denen auch die Hamburger Vermieter nicht verschont bleiben, bringen Investoren wie Paul Eckler zum umdenken. Da für Wohnungen andere rechtliche Grundsätze gelten als bei Büros ist zwar einiges zu berücksichtigen und umzubauen, dennoch hofft er auf langfristige Rentabilität. Laut Eckler werden die Zyklen immer schneller in denen Unternehmen ihre Büroräume wechseln. Bei privaten Mietern erwartet der Investor eine sehr viel geringere Fluktuation und somit mehr Ruhe in seinen Objekten. Dies sei letztendlich ja auch für den Vermieter eine gute Sache.

Doch selbst durch die Stadt wird die Umsetzung von Plänen wie sie der Hamburger Immobilienbesitzer Eckler nun angeht, nicht immer leicht gemacht. In vielen Gebieten in der Innenstadt ist eine Umwandlung von Geschäfts- in Wohnraum derzeit durch die Bebauungspläne garnicht zulässig. Solange ein Raum als “Geschäftsgebiet” ausgewiesen ist, darf ein Umbau nicht vorgenommen werden. Der Hamburger Senat will nun voraussichtlich bereits in der kommenden Woche die Umwandlung der “Geschäftsgebiete” in so genanntes “Kerngebiet” beschließen. Dann wären künftig weitere Veränderungen dieser Art möglich.
Das Ziel der Hamburger Politiker ist, die Innenstadt mittelfristig wieder stärker zu beleben und interessanter zu machen. Mit der Umsetzung solcher Projekte könnte das durchaus gelingen.