Man kann darüber diskutieren, ob es sich bei den unterschiedlichen Problemen Kleinwüchsiger immer um Krankheiten handelt, oder ob es einfach nicht in die Norm passende Individualität ist. Doch obwohl das größte Problem aller kleinwüchsigen Menschen die genormten Größen der alltäglichen Dinge ist, was einem individuellen Lebensentwurf sehr im Wege steht, sind auch gesundheitliche Einschränkungen nicht selten zu beklagen.
Da sich Knochenstruktur und Organe unterschiedlich entwickeln, sind diese oft in der Erfüllung ihrer Aufgaben eingeschränkt, wenn der zur Verfügung stehende Platz im Körper nicht ausreicht. Nerven werden eingeklemmt, die Lunge kann nicht ausreichend gefüllt werden oder Verschleißerscheinungen am Knochengerüst beeinträchtigen schmerzhaft den Alltag. Einschränkungen, die mit Organfunktionen zusammenhängen, sind eben nicht durch soziale Diskussionen in den Griff zu bekommen.

Die Uniklinik Eppendorf und das Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) in Hamburg tragen diesen vielfältigen Schwierigkeiten im gesundheitlichen Bereich Rechnung. Sie haben ein Kleinwuchszentrum gegründet, in dem sich zahlreiche Spezialisten um die Belange dieser individuellen Persönlichkeiten kümmern. Hier kann man auf alle Schwierigkeiten eingehen und Lösungen werden erarbeitet. So zählen Orthopäden, Hormon- und Stoffwechselexperten, Humangenetiker und Physiotherapeuten sowie Fachleute für Psychosomatik und Atemtechnik zu dem Team. Es ist das größte Zentrum seiner Art in ganz Norddeutschland und versorgt und betreut zurzeit 150 junge Menschen pro Jahr.