Photo: Pavel Krok

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Sündiges Amüsierviertel und zugleich Wohn- und Lebensquartier für eine zumeist weniger betuchte Bevölkerungsschicht: Das war St.Pauli, ist es immer noch, aber die Zeichen des Wandels sind unübersehbar. “Gentrifizierung” nennt man den Vorgang, der in den Augen von Stadtplanern und Investoren eine Aufwertung des Stadtteils darstellt. Für die eingesessene Bevölkerung bedeutet der Wandel aber einen Anstieg der Mieten und den Verlust von preiswertem Wohnraum.

Der Grund für die wachsende Beliebtheit von St.Pauli bei Besserverdienenden liegt auf der Hand. Das citynahe Viertel ist ein authentisches Quartier mit gewachsenen Strukturen und – bisher – erschwinglichen Mieten. Das gutbürgerliche Eppendorf hat seine Boomzeit mit explodierenden Mieten erlebt, das eher kleinbürgerliche Eimsbüttel desgleichen. Und jetzt wird in St.Pauli teilweise der Abriss alter Bausubstanz mit günstigen Mieten zu Gunsten von teureren Neubauten geplant.

Ein gewisser Strukturwandel war unvermeidlich, schon weil ein großer Brauereikomplex im Herzen des Stadtteils für eine Neubebauung frei wurde. Und natürlich ist die Reeperbahn selbst kein architektonisches oder städteplanerisches Aushängeschild. Doch was neugebaut wird, nimmt auf die Bedürnisse der bisherigen Bewohner keine Rücksicht. Steigende Mieten vertreiben sie aus dem gewohnten Umfeld an den Stadtrand. Dagegen wehren sich die Bewohner, aber ob die Stadt sie gegen die Imobilienspeklation schützt, bleibt ungewiss. Am Ende könnten die Neumieter merken, dass ihr Einzug das zerstört hat, was sie hierher gezogen hat: Das Flair von St.Pauli.

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