Immer häufiger geht es bei Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter auch darum, ob und wenn ja in welcher Höhe der Mieter seine Miete mindern kann. Wenn es nach dem Willen der Vermieter geht, dürfte eine Mietminderung gänzlich ausgeschlossen sein, denn den Vermieter trifft in seinen Augen in der Regel kein Verschulden am Mangel.

Generell gilt aber: Eine Mietminderung ist immer dann möglich, wenn ein Mangel vorliegt unabhängig davon, ob den Vermieter ein Verschulden trifft oder nicht. Oder anders gesagt: Die Miete kann dann gekürzt werden, wenn die Ist-Beschaffenheit der Mietsache von der Soll-Beschaffenheit abweicht. Das kann z.B. sein, wenn sich feuchte Stellen in der Wohnung bilden oder Schimmelbefall festgestellt wird. Da weicht der Ist-Zustand erheblich vom Soll-Zustand ab und wenn der Vermieter den Mangel nicht beseitigt, kann der Mieter die Miete kürzen. Weitere Gründe für eine Mietminderung können undichte Fenster, eine nicht funktionierende Heizung oder auch eine Hellhörigkeit des Hauses sein. Ebenso kann durch Baulärm, ob durch Modernisierungsarbeiten am Mietobjekt oder an der Straße, die Miete reduziert werden.

Wenn Mieter ihre Miete mindern wollen dann müssen Sie zuvor ihrem Vermieter Gelegenheit geben, den Mangel zu beheben bzw. ihn bei Nichtbeseitigung schriftlich in Verzug setzen. Wie hoch die Mietkürzung dann letztlich ist hängt davon ab, welcher Mangel besteht. Auf keinen Fall kann die Miete rückwirkend gekürzt werden, d.h. selbst wenn der Vermieter den Mangel bereits seit mehreren Monaten kennt, darf der Mieter die Mieter erst für die Zukunft kürzen.