Mietminderung bei Schimmelbefall in der Wohnung

Wer für den Schaden bei Schimmel in der Wohnung aufkommen muss und ob sich daraus eventuell das Recht auf eine Mietminderung oder gar eine fristlose Kündigung ableiten lässt, hängt immer vom Verursacherprinzip ab.

Wenn die Ursache der Schimmelbildung auf Nachlässigkeiten des Eigentümers bei der Instandhaltung des Gebäudes zurück zu führen ist, dann hat der Mieter durchaus das Recht, seine Miete zu mindern. Unter dem Aktenzeichen 222 C 371/99 entschied beispielsweise das Amtsgericht Köln über die Gewährung einer 20-prozentigen Mietminderung, weil der Vermieter nur eine mangelhafte Wärmedämmung an seinem Gebäude anbringen ließ.

Oft liegt die Ursache für Schimmel in der Wohnung auch darin, dass von Seiten des Mieters nur schlecht gelüftet wird oder die Räume unzureichend beheizt werden. Dann kann man den Vermieter natürlich nicht mit einer Mietminderung belasten. Das beweist zum Beispiel ein Urteil des OLG Frankfurt, das unter dem Aktenzeichen 19 U 7/99 gegen die Forderung eines Mieters nach einer Mietminderung gefällt wurde.

Bevor man als Mieter bei Schimmel überhaupt eine Mietminderung geltend machen kann, muss man dem Vermieter eine Frist einräumen, in der er die Ursache beseitigen lassen kann. Das gibt sich aus den im Bürgerlichen Gesetzbuch verankerten Bestimmungen zum Vertragsrecht im Allgemeinen und ab in den Paragrafen 535 ff. zum Mietrecht im Besonderen.