Auf der Reeperbahn ist immer etwas los. In Zukunft werden in Hamburgs berühmtester Straße vermehrt Reinigungstrupps aufmarschieren, während im Hintergrund die Köpfe von Marketing-Experten rauchen. Fast zwei Millionen Euro werden nämlich in eine neue Initiative investiert, um die Reeperbahn attraktiver zu machen.

Die Abkürzung BID steht für ‚Business Improvement District‘. So nennt sich die Initiative, die die sündige Meile schöner machen soll. Gewerbetreibende und Grundstückseigentümer der Reeperbahn werden sich zusammenschließen, um sinnvolle Projekte durchzuführen. In anderen Stadtteilen Hamburgs wurde diese Initiative bereits erfolgreich durchgeführt.

Einer der Schwerpunkte wird im Bereich Sauberkeit liegen. Das Geld soll dafür verwendet werden, um einen privaten Reinigungsdienst zu engagieren, der zusätzlich zur städtischen Straßenreinigung die Bürgersteige der Reeperbahn sauber halten soll. Das Gesicht der Straße soll freundlicher werden, man wolle die Reeperbahn aber nicht auf Hochglanz polieren, so formulieren die Verantwortlichen ihr Ziel. Das weltbekannte Flair der Reeperbahn darf durch die Reinemache-Aktion keinesfalls zerstört werden.

Marketing ist der zweite Schwerpunkt der Initiative. Mit gemeinsamen Aktionen sollen neue Kunden angelockt werden. Die Gewerbetreibenden der Reeperbahn haben nämlich ein Problem. Weil die sündige Meile als Top-Touristenattraktion Hamburgs gilt, sind dort zwar viele Menschen unterwegs. Viele gucken aber nur, geben aber kein Geld aus. Dies soll sich durch die neue gemeinsame Marketing-Strategie ändern.

Die Reeperbahn ist übrigens das Gebiet mit der höchsten Kriminalitätsrate Hamburgs. Daran wird auch das Projekt ‚Business Improvement District‘ nichts ändern, vermuten die Verantwortlichen. Es ist nicht geplant, einen privaten Sicherheitsdient zu engagieren.