Veddel: besser als sein Ruf?

Veddel: besser als sein Ruf?


Die Veddel ist so etwas wie ein “No Go”-Stadtteil für viele nördlich der Elbe lebende Hamburger. Wenn man an diesen Stadtteil denkt, entstehen sofort Bilder von tristen Backsteinbauten, fehlendem oder verwahrlostem Grün, von 80 % nicht deutsch sprechenden Grundschulkindern. In der Wahrnehmung Vieler ein klarer Problemstadtteil, aber wird dieses einseitige Bild der Veddel wirklich gerecht?

Fakt ist, dass die Ausländerrate extrem hoch ist, dass auch viele deutsche Familien bewusst aus diesem Stadtteil weg gezogen sind. Aber dadurch hat sich ein neues, interessantes Patchwork gebildet, das sich durch viel Lebendigkeit, durch allerhand Aktivitäten, wie Stadtteilfeste, auszeichnet.
Und, man sollte es nicht vergessen, langsam “schwappt” das “etablierte” Hamburg auf die Veddel über, denn das Auswanderermuseum lockt Besucher, und die nahende IGA wird den ganzen Stadtteil noch einmal einer neuen Bewertung unterziehen.

Durch die extrem hohen Mieten in den “angesagten” Vierteln fragen sich zudem viele Normalverdiener, ob diese 2 S-Bahnstationen, die die Veddel vom Hauptbahnhof entfernt liegt, wirklich so einen großen Aufwand bedeuten. Es ist doch eher eine mentale Barriere, nicht in “die Fremde” zu ziehen, der bekanntlich südlich der Elbe beginnt.

Wer mit offenen Sinnen durch die Veddel geht, wird viele nette Geschäfte finden, Gemüseläden, Eisläden, in denen eine Kugel 70 Cent kostet, Orte, in denen ein anderes Leben als im aufgeräumten bürgerlichen Rest Hamburgs herrscht. Hier wird auf Decken gepicknickt, gegrillt, und es kann passieren, dass man als Außenstehender eingeladen wird. Die Veddel ist bunt und sicher ein Stück “neues Hamburg”!