Nicht zuletzt durch die zehn Jahre währende Herrschaft der CDU im Hamburg ist ein Wohnungsnotstand entstanden. Der soziale Wohnungsbau wurde durch die CDU geführte Regierung weitgehend vernachlässigt. Erst 2008, als die Grüne-Alternative Liste (GAL) mit in die Landesregierung einzog wurde wieder etwas mehr Augenmerk auf preiswertere Unterkünfte gelegt. Trotzdem zogen die Mieten in Hamburg immer weiter an und jährlich fielen 5 000 bis 10 000 Wohnungen aus der Preisbindung heraus.

Hamburg: eine beliebte Wohngegend. Doch an Wohnraum mangelt es.

Hamburg: eine beliebte Wohngegend. Doch an Wohnraum mangelt es.


Der neu gewählte Hamburger Senat reagiert jetzt auf die zunehmende Wohnungsnot und verpflichtet sich, zu verstärktem Neubau mit einer öffentlichen Förderung. Dafür unterzeichneten der Senat und Vertreter aus den sieben Stadtbezirken am 4. Juli 2011 einen “Vertrag für Hamburg”. In diesem Vertrag werden konkrete Maßnahmen fest geschrieben.

Der Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) möchte damit “mehr bezahlbare Unterkünfte schaffen”. Auf schnellstem Wege sollen die Bausenatorin Jutta Blankau (SPD) und die Bezirksamtsleiter aller sieben Stadtbezirke ab sofort in jedem Jahr 6 000 neue Quartiere pro Jahr schaffen lassen, von denen ungefähr ein Drittel, also 2 000 Sozialwohnungen, mit öffentliche Geldern gefördert werden sollen. Diese neu entstehenden Sozialwohnungen sind für Haushalte mit geringem bis mittlerem Einkommen gedacht. In der Innenstadt soll wieder mehr Raum für Mieter geschaffen werden.. Deshalb werden lauf Blankau außerdem reine Gewerbeflächen zu Mischflächen ausgewiesen. Das zentrale Ziel des Vertrages bestehe auch darin, die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen . Bauanträge sollen spätestens sechs Monate nach Antragstellung genehmigt werden. Die einzelnen Stadtbezirksversammlungen in den Stadtbezirken sollen bis zum Ende dieses Jahres eigne Bauprogramme beschließen. Dem Wohnungsbaukoordinator der Stadtentwicklungsbehörde soll regelmäßig Bericht erstattet werden.

Die Unterzeichnung des Vertrages bezeichnete Bürgermeister Olaf Scholz als einen “historischen Moment für die Stadt”. Solch eine gemeinsame Kraftanstrengung habe es seit Jahrzehnten in Hamburg nicht gegeben. Jetzt werde der Wohnungsbau in Schwung kommen und die Wohnungsnot bekämpft werden. Olaf Scholz versprach Mieten zwischen 5,86 Euro und 9 Euro pro Quadratmeter. Allerdings werde es noch etwas dauern, bis diese neuen Wohnungen bezugsfertig sind.

Quellen:
– NDR 90,3 am 4. Juli 2011,
– Junge Welt “Hamburg reagiert auf Wohnungsnot”, 6. Juli 2011, S. 5.
– Außerdem: “Albtraum Wohnungssuche in Hamburg”, Sendung wird am 08.07.2011, 21:15 Uhr im NDR Fernsehen als Reportage ausgestrahlt. Kaum freier Wohnraum, hohe Mieten und Massenandrang bei Besichtigungen: Die NDR Reportage begleitet Menschen auf der schwierigen Suche nach einer neuen Wohnung in Hamburg.